Rezension: Star Trek – TNG: Quintessenz

Star Trek TNG - 3 - QuintessenzCovertext

Vor fast zwei Jahrzehnten übernahm Jean-Luc Picard das Kommando der U.S.S. Enterprise NCC-1701-D. Der Captain wusste, dass es eine unvergleichbare Ehre war, immerhin trug sein neues Kommando den Namen Enterprise. Die Personen, die andere gleichnamige Schiffe kommandiert hatten, waren in die Geschichte der Sternenflotte eingegangen. Einige Offiziere wären eingeschüchtert gewesen, aber ihnen wäre das Kommando über die Enterprise auch nicht angeboten worden.

Auf ihrer ersten Mission war die Enterprise zur Farpoint-Station geschickt worden. Eine einfache, unkomplizierte Untersuchung. Perfekt für eine Besatzung, die doch nicht zusammen gedient hat. Dann tauchte Q auf. Eine allmächtige Lebensform, die darauf aus zu sein schien, Hindernis nach Hindernis in den Weg des Schiffes – und im besonderen Picards – zu legen. Und es hatte mit dieser ersten Mission nicht aufgehört. Wenn es am wenigsten erwartet wurde, erschien Q erneut. Aufdringlich, stichelnd, fordernd. Immer wieder provozierte er Captain und Besatzung mit scheinbar absurden, sinnlosen und ärgerlichen Bagatellen. Dann wurde es regelmäßig nur allzu ernst und das Überleben von Picards Mannschaft lag in Qs Händen.

Warum erinnerte sich Picard gerade heute an den Tag, an dem er das Kommando der Enterprise-D übernommen hatte? Inzwischen kommandierte er ein neues Schiff, die Enterprise-E. Seine Mannschaft war eine andere. Es gab nichts an Gorsach, das auch nur im Entferntesten an Farpoint erinnerte. Aber Picard konnte das Gefühl nicht loswerden, dass hier etwas nur allzu Vertrautes vor sich ging. Allzu Schreckliches. Allzu Q.

Worum es geht

Unmittelbar nach dem Borg-Zwischenfall (Widerstand) unternimmt die Enterprise-E einen Forschungsflug ins Gorsach-System. Keine spektakuläre Forschungsmission, doch nach den vergangenen Kämpfen gegen die Borg, die erneut zu einer Bedrohung zu werden scheinen, immerhin etwas Entspannendes. Außerdem hat das Flottenkommando immer noch nicht darüber entschieden, wie es mit Captain Picards Befehlsverweigerung umgehen soll.

Im Gorsach-System angekommen erweist sich der neunte Planet schnell als etwas Besonderes. Der Planet ist vollkommen symmetrisch aufgebaut, sowohl landschaftlich, als auch Fauna und Flora betreffend. Einzige Erklärung: Gorsach IX ist künstlich erschaffen worden.

Als das Außenteam in einem perfekt kreisförmigen Tal drei Höhlen untersucht, stoßen sie plötzlich auf eine unsichtbare Barriere. Unmittelbar darauf erscheint eine Kreatur, die längst als ausgestorben gilt.
Zur gleichen Zeit treten überall im Universum Phänomene auf, die ganze Sternsysteme zu vernichten scheinen. Die Phänomene lassen sich nicht auf herkömmliche Art und Weise orten oder nachweisen. Einzig auf Sicht können die Phänomene überhaupt festgestellt werden. Was geschieht mit dem Universum? Und: Hängt das alles mit Gorsach IX zusammen?

Als mit eine Mal Q auftaucht, wird Captain Jean-Luc Picard einiges klar. Nur er, Q, kann seine Finger im Spiel haben. Ein weiterer Spaß des mächtigen Wesens?
Allerdings: Q streitet ab, etwas damit zu tun zu haben. Er gibt dem Außenteam der Enterprise und somit Picard die Schuld. Die Schuld an nichts anderem, als dem Ende des Universums

Kritische Worte

Sowohl Titel, als auch Covertext lassen den Trekkie neugierig werden. Immerhin verspricht Quintessenz eine der beliebtesten Figuren aus dem Star Trek Universum, Q, als Hauptfigur. Und bereits nach den ersten Seiten wird klar, dass es genauso kommt.

Immer wieder schiebt der Autor, Keith R.A. DeCandido, Kapitel ein, die Q’s Auftritte innerhalb der sieben Jahre währenden Serie betrifft.
Der bekannte Star Trek Autor fügt in Quintessenz zusammen, was zusammen gehört. Auf beeindruckende Art und Weise fügt er die einzelnen Auftritte des Wesens aus dem Q-Kontinuum zu einer erklärenden, äußerst logischen Finalen Version zusammen. Zugegeben, wenn die einzelnen Auftritte der Fernsehserie als Grundlage genommen werden, verspricht der Roman nicht viel Neues. Dennoch: Sechzehn Jahre hat Q scheinbar damit verbracht, die Menschheit vorzubereiten. In dieser Zeit war es vor allem Picard, den er für befähigt hielt, die letzte entscheidende Prüfung zu bestehen. Was dahinter steckt, wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten ;)

Neben der actionlastigen Storyline beschäftigt sich DeCandido mit einem weiteren Problem der Enterprise: Es fehlt ein Sicherheitschef. Worf ist mittlerweile die neue Nummer Eins und der Sicherheitschef aus Widerstand ist tot. Ebenfalls offen: Die Funktion des zweiten Offiziers.
Zelik Leybenzon wird als neuer Sicherheitschef eingeführt. Angefordert wurde er von Commander Worf, der diesen seit seiner Kindheit kennt. Bei Leybenzon handelt es sich um eine schwierige Kämpfernatur, geprägt durch den Dominionkrieg. Außerdem scheint es Leybenzon nicht immer zu passen, was seine Vorgesetzten verlangen. Die Figur ist charismatisch und glaubhaft in Szene gesetzt worden. Die Zukunft verspricht mit Leybenzon einen interessanten Hauptcharakter in der Hinterhand zu halten.
Miranda Kadohata wird der neue zweite Offizier. Sie hat kürzlich Zwillinge bekommen und muss mit sich selber fertig werden, da sie die Sternenflotte der Familie bevorzugt. So kommt es, dass die Kinder bei ihrem Mann leben. Im Gegensatz zu Leybenzon verblasst sie etwas, allerdings kann dies ebenso daran liegen, dass DeCandido fast immer Geordie LaForge in ihrer Nähe platzierte.

Alles in allem kann zum Inhalt gesagt werden, dass es DeCandido hervorragend gelungen ist, die neuen Charaktere einzuführen. Dieser Romanpart ist sehr gut ausgearbeitet und zeigt, dass Action sinnvoll mit tiefer gehenden Inhalten verknüpft werden kann.

Anmerkung: Ich hatte das Glück, mir die TNG-Serie in den letzten Monaten noch einmal komplett anzusehen. Durch die vielen Rückblicke auf sieben Staffeln Enterprise, hatte ich passend dazu alles vor Augen. Somit habe ich wohl die perfekte Kombination aus Roman und DVD gefunden! :)

Mein Fazit

Quintessenz ist ein weiterer Roman zum 20-jährigen Jubiläum von Star Trek – The next Generation. Ebenso ist er Teil des Relaunch der Serie in Buchform. Zwar bringt die Handlung wenig Neues, dennoch ist die Idee, alle Q Auftritte irgendwie miteinander in Verbindung zu bringen gelungen und interessant erzählt worden. Fast kommt es mir so vor, als erlebe ich die erste Staffel noch einmal. Etwas holprig zu Beginn, da alle Charaktere eingeführt werden müssen! Allerdings entstand daraus eine der besten Science Fiction Serien überhaupt

Somit kann ich den kurzweiligen Roman nur empfehlen!

Mein Dank an dieser Stelle an den Cross Cult Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte!


Daten zum Buch

Titel: Quintessenz, Reihe: Star Trek – The Next Generation, Verlag: Cross Cult, Autor: Keith R.A. DeCandido, 279 Seiten Taschenbuch, Erschienen: 01.01.2010, ISBN: 9-78394-124863-2

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