Covertext
Es gibt Promis, die sie lieben. Und noch mehr Promis, die sie hassen: Clara Bodenstein, Chefredakteurin des Boulevardmagazins UP!. Als Gesellschaftsreporterin hat die Wienerin in Berlin schon so manchen Stern am Society-Himmel aufgehen lassen, aber auch für einige gnadenlose Untergänge gesorgt. Gerade wegen ihrer Skrupellosigkeit wird Clara von der Filmdiva Jackie Benz beauftragt, deren Skandalbiografie zu schreiben, was einige Zeitgenossen lieber heute als morgen verhindern möchten. Nach etlichen Morddrohungen und einem nächtlichen Überfall bei Dreharbeiten auf Mallorca verschwindet die Benz schließlich spurlos. Und sie soll nicht die einzige Prominente bleiben, die plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist …
Claudia Rossbacher wagt einen schonungslosen Blick hinter die schillernden Kulissen der Boulevardmedien und die perfekt geschminkten Masken der Stars und Promis, die beinahe zu allem bereit sind, um im Scheinwerferlicht zu glänzen.
Worum es geht
Clara Bodenstein, die Chefredakteurin des erfolgreichsten deutschen Boulevardmagazins, der UP!, erhält das Angebot, eine Biographie zu schreiben. Es handelt sich nicht einfach um irgendeine Biographie. Clara Bodenstein soll das Leben von Jacky Benz niederschreiben. Die erfolgreichste deutsche Schauspielerin dreht derzeit die letzten Szenen für einen Film auf Mallorca und möchte der Redakteurin brandheiße Stories liefern. Clara nimmt das Angebot an, das Skandalbuch zu schreiben und schlittert mitten hinein in die Welt der Jacky Benz.
Dabei lernt Clara Bodenstein die Schauspielerin von ihrer privaten Seite her kennen. Erkennt, dass es eine Fassade für die Öffentlichkeit gibt und das Jacky in Wirklichkeit ein ganz anderer Mensch ist. Irgendwann erfährt die Chefredakteurin der UP! durch Zufall, dass Jacky Benz bedroht wird. Diese erhält SMS, in der sie aufgefordert wird, die Biographie nicht zu veröffentlichen. Der Erpresser stellt ihr dazu ein Ultimatum: Bis zum Drehschluss erwartet er eine Bestätigung, ansonsten könnte etwas passieren.
Als die letzte Klappe gefallen ist und die Abschlussparty am nächsten Abend stattfinden soll, ist die Benz wie vom Erdboden verschwunden. Hat der SMS-Erpresser etwas damit zu tun? Die Biographie wurde doch nach einem Zwischenfall per SMS abgesagt, ebenso wurde es in den Medien verkündet.
Und hängt das plötzliche Verschwinden von Jacky Benz mit dem Verschwinden einer renommierten Verlagschefin zusammen? Die Polizei geht Hinweisen nach, doch ein Zusammenhang scheint ausgeschlossen…
Kritische Worte
Zu allererst fällt dem Leser natürlich das einprägsame Titelbild von Drehschluss auf. Auf weißem Grund prangt in überdimensionalen rotorangenen Buchstaben der Name der Autorin. Gewagt und innovativ (wie übrigens alle Bücher der Wien Live Edition)! Das Buch sticht mit Sicherheit aus der Masse hervor, springt den potentiellen Leser direkt an.
Nach den ersten Seiten wird klar, uns Leser erwartet ein Medienthriller. Hautnah erlebte ich zusammen mit Clara Bodenstein, dass die ach-so-schöne-Glanz-und-Glämmerwelt nichts als Täuschung ist. Hinter den Kulissen der Schönen und Reichen geht es mit harten Bandagen zur Sache. Da wird gelogen, betrogen, hintergangen, sich hochgeschlafen und schamlos ausgenutzt. Veröffentlichungen pikanter privater Fakten können einen Promi ruinieren, wie, das schreibt Claudia Rossbacher bereits zu Beginn von Drehschluss.
Claudia Rossbacher bedient sich in ihrem Roman zahlreicher Klischees. Stutenbeißen hinter den Kulissen oder strahlendes Lächeln vor der Kamera, finden ebenso ihren Platz im Gesamtwerk wie erfolgversprechender Affären. Ganz so, wie der Leser sich das alles vorstellt.
Ist dies negativ zu bewerten? Nein! Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, die Story sei an den Haaren herbeigezogen worden. Vielmehr empfand ich die Medienszene als realistisch inszeniert. Erfolg muss sich hart und teilweise skrupellos erarbeitet werden. Ebenso schnell kann dieser Erfolg wieder genommen werden.
Insgesamt konnte die Autorin ihren Charakteren persönliche Tiefe verleihen, die mir ein Bild vermittelt, als würde ich die Personen tatsächlich kennen. Solch eine Wahrnehmung zu erzeugen gelingt (leider) nicht allen Autoren.
Im Background, unscheinbar und wenig beachtet, findet ein Kriminalfall statt. Mona Ettinghaus, renommierte Verlagschefin, ist verschwunden, die Polizei steht vor einem Rätsel. Viel später verschwindet Jacky Benz spurlos und wieder steht die Polizei vor dem Nichts. Claudia Rossbacher liefert zwischen den Zeilen Hinweise, hält die Spannung jedoch zu jeder Zeit auf einem sehr hohen Niveau. Sie verrät nichts Auffälliges, so kommt es schließlich zu einem genialen Showdown, doch dass müsst Ihr schon selber lesen
Mein Fazit
Drehschluss unterhält hervorragend. Der Krimi ist sehr gut strukturiert und von Claudia Rossbacher hervorragend in Szene gesetzt worden. Der Blick hinter die Kulissen der Film-, Fernseh-, sowie Boulevardblattwelt wird ebenso klischeebehaftet, wie realistisch beschrieben. Es macht einfach Spaß, Drehschluss zu lesen und das Ende voller Spannung zu genießen!
Absolut empfehlenswert!
Vielen Dank an den Echomedia Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!
Die Autorin
Claudia Rossbacher wurde in Wien geboren, verbrachte jedoch viele Jahre im Ausland, unter anderem in Teheran und Jakarta. Nach dem Tourismusstudium stand sie als Model im Scheinwerferlicht, danach arbeitete sie als Texterin und Kreativdirektorin in internationalen Werbeagenturen. Heute lebt sie als freie Autorin und Texterin in Wien. Nach ihrem Erfolgsroman Hillarys Blut legt sie mit Drehschluss ihren zweiten, nicht minder fesselnden Thriller vor.
Ein Interview mit der Autorin findet Ihr hier!
Daten zum Buch
Titel: Drehschluss, Verlag: Echomedia Verlag, Autorin: Claudia Rossbacher, 254 Seiten Taschenbuch, Erschienen: 28.09.2009, ISBN: 9-78390-267210-0Weiterführende Links:
- Internet: www.claudia-rossbacher.com
- Leseprobe: www.claudia-rossbacher.com/leseprobe.html

Hallo Nicolas!
Ich bin nun mit Drehschluss durch…
Also: An und für sich habe ich mit Glanz und Glamour, High Society usw. nicht wirklich was am Hut, aber jedes Jahr, wenn in Wien Kriminacht ist, wähle ich ein Exemplar aus, um auch den Einblick in “Szenegeschichten” nicht ganz zu verlieren.
Von all den Büchern, die ich diesbzgl. gelesen habe, ist Claudias Drehschluss eindeutig das beste.
Sie vermittelt neben ihrer eigentlichen Geschichte auch sehr viel Hintergrund-Informationen, die das Gesamtwerk für mich sehr interessant macht … und was ich auch ganz besonders mag ist: wenn eine Geschichte mit sehr vielen Dialogen erzählt wird – macht das ganze einfach lebhaft und es wird nicht langweilig.
Bewundernswert ist für mich, mit welcher Fantasie sie die einzelnen Situationen löst – bewundernswert vielleicht deshalb, weil ich absolut keine Krimiautorin bin …
Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe Drehschluss mit vollem Interesse und Spannung vom Anfang bis zum Schluss durchgelesen und es ist für mich von allen Kriminachtgeschichten die beste, die ich bisher gelesen habe.
Liebe Grüße
Sonja
Danke, Sonja! Schön, dass dir “Drehschluss” gefallen hat. Da lacht das Autorenherz
Liebe Grüße, Claudia
gratulation zu dieser rezension…und ich stimme diesem schreiben voll zu!
claudia rossbacher versteht es, die spannung in ihren büchern bis zum schluss aufrecht zu erhalten. ich freue mich schon auf ihren alpenkrimi “steirerblut”, der im februar 2011 beim gmeiner verlag erscheint.
auf den titel freue ich mich bereits! werde ich mit sicherheit lesen und darüber berichten. liebe grüße nach wien