So, liebe Leser, nach dem Ausflug in die Welt der Mythen, kehre ich heute erneut nach Österreich zurück und beginne das neue Buch von Amaryllis Sommerer. Es klingt äußerst viel versprechend und ich bin sehr gespannt darauf.
Kein Atem. Der Blick leblos. Kalte Wangen. Totes Haar. Tot. Was war da passiert im Augenblick des Todes? Ob sich im Gesicht der Toten vielleicht etwas nachlesen ließe? Die Erlösung von einem unglücklichen Dasein? Das Lustgefühl der Auflösung? Der Anblick eines Mörders sogar?
Geführt von einer unangemessenen Neugier griff Maras Hand unter den Nacken des Mädchens und hob seinen Kopf ein wenig zu sich heran. Ganz genau wollte sie es plötzlich wissen. Schwachsinn. Da war nichts Gewalttätiges zu sehen. Keine Wunde, kein Blut, nichts.
Mara starrte die Tote an mit dem gierigen Gefühl, etwas rares Existenzielles zu er leben. Glotzte ihr fasziniert ins Gesicht, wider besseren Wissens. Sie wusste, dass sie es dann später nicht aushalten würde, dieses Gesicht, das sie gerade in sich aufsog. Eine Totenmaske für ein lebenslanges Gedächtnis.
Amaryllis Sommerer lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte Theaterkostüm, später Theaterwissenschaft, war Mitglied einer Theatergruppe, anschließend Regieassistentin bei Film- und Fernsehproduktionen. Sie ist Drehbuchautorin von TV-Filmen und Serien, sowie Kinospielfilm. Filmdramaturgin und Autorin mehrerer Kinderbücher.
Amaryllis verfasste zahlreiche Kurzkrimis (Nominierungen für den Agatha-Christie-Krimipreis und für den Glauser-Preis).
Ihr erster Roman: Selmas Zeichen – ein Psychothriller wurde für für den Glauser 2009 in der Sparte Bestes Debüt nominiert.
Aktuell im September 2010 ist ihr neues Werk: Keine Wunde, nichts im Milena Verlag erschienen!