Worum es geht
Die Handlung spielt nach dem letzten Kinofilm rund um die Crew von Captain Jean-Luc Picard. Somit versteht sich die Buchreihe als direkte Fortsetzung der Fernsehserie. Dieser Umstand bringt entsprechende Veränderungen mit sich. Einige Crewmitglieder befinden sich nicht mehr an Bord der Enterprise, Data existiert nicht mehr…
Jean-Luc Picard erwacht aus einem Alptraum. Wenig später muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass es sich jedoch keineswegs um einen harmlosen Traum zu handeln schien. Captain Picard hört Stimmen, allzu vertraute Stimmen: Die Borg. Der Teil von Picard, der tief in seinem Innersten immer noch Locutus ist, empfängt Informationen des Kollektivs. Es erschafft eine neue Königin, die Vollendung eines Borg-Kubus steht unmittelbar bevor.
Mit diesem Wissen tritt er an Admiral Janeway heran. Die ehemalige Kommandantin der Voyager glaubt Picard jedoch nicht, da sie davon ausgeht, die Borg seien endgültig vernichtet worden. Dennoch will sie Seven of Nine zur Enterprise schicken, um der Sache nachzugehen. Sie bezweifelt, dass Picard einer erneuten Begegnung gewachsen sein würde.
Zur gleichen Zeit tritt ein neues Besatzungsmitglied seinen Dienst auf der Enterprise-E an. T’Lana, eine Vulkanierin, nimmt die Position des Schiffscounselors ein. Bereits während ihrer Vorstellung durch Picard gegenüber den anderen Besatzungsmitgliedern wird klar, das Verhältnis zwischen Commander Worf und T’Lana wird von Spannungen geprägt sein. Die Vulkanierin akzeptiert den Klingonen nicht, ist zugleich jedoch von ihm beeindruckt. Worf an sich steckt in einem persönlichen Konflikt. Jean-Luc Picard wollte ihn am Morgen zur neuen Nummer 1 ernennen, diese Beförderung schlug der Klingone jedoch aus, er sieht sich der Verantwortung nicht gewachsen.
Ungeachtet dieser Spannungen tritt das Lied der Borg in Picards Bewusstsein immer stärker in den Vordergrund. Er beschließt, nicht auf Seven zu warten, da diese die Enterprise erst vier Tagen später erreichen würde. Zu spät, denn die Königin würde bereits in spätestens 36 Stunden erwachen. Somit widersetzt sich Jean-Luc Picard dem ausdrücklichen Befehl Admiral Janeways zu warten und befiehlt die Enterprise zu den Koordinaten des Kubus.
Das Außenteam, welches zuerst hinüberbeamt erfährt auf tragische Weise, dass sich die Borg verändert haben. Sie greifen bei Sichtkontakt an. Schnell wird klar: Hier kann nur einer helfen… Locutus!
Kritische Worte
Für den Leser ungewohnt ist zuerst einmal die neue Brückenzusammensetzung der Enterprise. Riker und Troi sind nicht mehr dabei, da der ehemalige Commander Captain der USS Titan geworden ist, seine Frau Deanna Troi in begleitet hat. Data existiert nicht mehr, sein Bruder B-4 wird nach einer sehr kurzen Szene abgeschaltet und zerlegt. Faktisch ist damit das Thema Data abgeschlossen. Sicher nicht der schlechteste Einfall, denn zu groß wäre die Gefahr, mit B-4 den beliebten Androiden zu kopieren.
Doch der Umstand fehlender bekannter Charaktere sollte die Einführung neuer Hauptfiguren ermöglichen, so dass ein Neustart der Serie in Buchform realisierbar wird.
Allerdings empfinde ich persönlich das Thema für nicht sonderlich glücklich gewählt. Erneut sind es die Borg, die als Gegner herangezogen werden. Das Star Trek Universum ist mittlerweile so umfangreich, dass es sicherlich wesentlich interessantere Möglichkeiten gegeben hätte. Somit kommt es erneut zu einem persönlichen Konflikt zwischen Picard und den Borg, beziehungsweise deren Königin.
Betrachtet man hinsichtlich dieser Ereignisse die neuen Romane wird schnell klar: Die Borg bleiben das Hauptthema. Wie es sich letztendlich weiterentwickelt, werden die kommenden Bücher mitsamt der Trilogie Destiny zeigen.
Daneben bemüht sich die Autorin J.M. Dillard jedoch neue Aspekte bezüglich der Besatzung einzubringen. Worfs persönlicher Konflikt nimmt Bezug auf seine Zeit mit Jadzia Dax und DS9. Die Vulkanierin T’Lana erlebt einen holprigen Start an Bord des Flagschiffes der Föderation. Sie macht teilweise einen zu emotionalen Eindruck. Mir entstand der Eindruck, ihr Verhalten wird weniger von Logik, als von Angst gesteuert.
Trotz aller Bemühen Dillards bleiben die Charaktere oftmals hinter ihren Möglichkeiten zurück. Worf wirkt nicht wirklich klingonisch, die neuen Charaktere wirken austauschbar, zu flach. Admiral Janeway legt eine unbekannte Härte an den Tag, Geordi hätte durch einen beliebigen Ingenieur ersetzt werden können. Was die Charakterisierung von Picard und Crusher betrifft? Nun, Jean-Luc Picard war die meiste Zeit nicht wirklich vorhanden, da er schnell in Locutus umgewandelt wurde. Die Zeit, die er als Captain in Erscheinung trat, nahm ich ihm diese Rolle jedoch ab. Beverly hingegen zeigte deutliche Probleme auf. Die Beziehung zu Jean-Luc lässt sie zu sehr darüber nachdenken, was mit ihrem Freund passieren könnte. In einer Szene mit T’Lana wird dies besonders deutlich. Die Vulkanierin ist strikt gegen Picards Entscheidung und bittet Beverly mehr oder weniger direkt, den Captain seines Kommandos zu entheben. Die Chefärztin zögert keine Sekunde und handelt ihren persönlichen Gefühlen entsprechend.
Was die Erwähnung von Seven of Nine betrifft, so bleibt es bei dieser. Leider erlebt der Leser in Widerstand nicht mehr mit, wie sie an Bord kommt.
Nichts desto trotz bietet Widerstand einen positiven Ausblick auf die kommenden Bücher: Star Trek – The next Generation lebt!
Mein Fazit
Mit dem unabhängig vom ersten Band gelesenen Buch steigt der Trekki direkt in ein actionreiches Abenteuer der alten und neuen Enterprisebesatzung ein. An einigen Stellen etwas steinig, führt der Weg jedoch in die richtige Richtung.
Jede TV-Serie hatte zu Beginn ihre Startschwierigkeiten und das merkt man der Buchreihe ebenfalls an.
Sicher war es keine Glanzleistung erneut einen altbekannten Gegner aus der Schublade zu kramen. Die Borg sind in Star Trek Voyager genügend in Erscheinung getreten und sollten als erledigt betrachtet werden. Ein neue Gefahr oder vielleicht einfach ein eigenständiges Sense-of-Wonder Abenteuer hätte zum Start der neuen Buchreihe sicher mehr Inhalt geboten. Somit hält der Fan ein actionhaltiges Buch in Händen, dem das Gewisse Etwas zu fehlen scheint.
Dennoch lege ich jedem Trekki ans Herz Star Trek – The next Generation: Widerstand zu lesen!