Rezension: Gemünder Blut (Krimi)

Worum es geht

Ich, Ina Weinz, beurlaubte Kommissarin der Kölner Mordkommission KK11, hatte mich eigentlich in meine Heimat Gemünd zurückgezogen, um mit mir selber ins Reine zu kommen. Denn ich wusste nicht mehr, ob mein Beruf wirklich noch zu mir passte. Immerhin war ich die Geliebte eines Mörders. Als Kommissarin im Morddezernat hätten mich doch meine Instinkte warnen müssen. Fast wäre es zu spät gewesen, fast wäre ich selbst ein Opfer meines Geliebten geworden.

Und nun? Ich saß zusammen mit meinem Bruder Olaf auf dem Gemünder Schützenfest. Dort lernte ich Steffen kennen, Olafs besten Freund. Ein Förster, der auf seine Beförderung wartete. Mit einem Mal tauchte Professor Prutschik von der Forsthochschule auf. Er veranstaltete eine riesen Szene, tönte davon diese Beförderung zu verhindern. Nach gegenseitigen Drohungen trennten sich die beiden. Am nächsten Tag wurde schließlich die Leiche von Prutschik gefunden.

Und Steffen, ja Steffen wurde unter dringendem Mordverdacht verhaftet. Mein Bruder Olaf glaubt nicht an seine Schuld und ehrlich gesagt, ich auch nicht. Aber, was soll ich machen? Ich bin doch beurlaubt…

Kritische Worte

Bei Gemünder Blut handelt es sich um Elke Pistors ersten eigenständigen Kriminalroman. Zuvor verfasste die gebürtige Gemünderin Kurzgeschichten und Kurzkrimis.

Die Autorin hat ihren Krimi aus der Egoperspektive verfasst. Meiner Ansicht nach oftmals ein Problem, denn was mache ich als Leser, wenn ich mich nicht mit dem Charakter identifizieren kann? Nun erzählt auch noch eine Frau ihre Geschichte. Für mich als Mann war dies natürlich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Allerdings hat die Autorin einen derartig flüssigen Schreibstil, dass mir nach kurzer Zeit gar nicht mehr bewusst war, in der Ich-Form als Frau zu lesen.

Elke Pistor schreibt zeitweise, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Die 48jährige Protagonistin Ina Weinz kommt sehr realistisch rüber. Ihre denkweise klingt keineswegs gestelzt oder unnötig konstruiert. Ich denke, Ina Weinz hat sehr viel von Elke Pistor. Übrigens kommt Ina Weinz, die Kommissarin aus Gemünder Blut ebenfalls aus Köln. ;)

Die Handlung wurde von der Autorin ebenfalls sehr gut aufgebaut, erst im letzten Drittel des Buches wird klar, wer der Täter ist, es gilt herauszufinden, welche Motive ihn bewegen.

Allerdings: Wo Licht ist, ist der Schatten nicht weit. Somit habe ich einige der eingeschobenen Rückblenden bisher nicht wirklich in den richtigen Zusammenhang bringen können. Sie sind nicht schlecht, geben Auskunft über den Täter, stiften jedoch Irritation.

Zum Ende hin gibt es einige Zufälle zu viel in der Handlung. Gerade Kommissar Sauerbier – netter Name ;) – verliert immer stärker an Tiefe. Klar, dass Ina die Hauptfigur darstellt, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass der eigentlich Verantwortliche Ina nie über den Weg läuft…

Mein Fazit

Licht versus Schatten! And the winner is: Elke Pistor.

Ihr Debütroman Gemünder Blut zeigt eindeutig, dass die Autorin über eine Menge Potential verfügt.
Daher empfehle ich jedem Liebhaber regionaler Krimis dieses Buch.

Einziger Wehrmutstropfen: Das Cover ist nicht wirklich attraktiv…

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Emons Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares!

Hier könnt Ihr ein Interview zwischen mir und Elke Pistor lesen.

Über die Autorin

Elke Pistor, Jahrgang 1967, ist in Gemünd in der Eifel aufgewachsen. Nach dem Abitur in Schleiden zog es sie zum Studium nach Köln, wo sie nach einem Zwischenstopp am Niederrhein bis heute lebt. Sie arbeitet als freie Seminartrainerin in der Erwachsenenbildung und leitet Schreibworkshops.

Nach Kurzgeschichten und Kurzkrimis erschien ihr Eifelkrimi Gemünder Blut im September 2010 im Emons Verlag.

Im Frühjahr 2011 wird ihr zweites Buch ebenfalls bei Emons erscheinen: ein Fantasyroman, dessen Handlung in der Kölner Vergangenheit und Gegenwart spielt.

Elke Pistor ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern und beim Syndikat.

Internetseite des Autors

www.elke-pistor.de



Daten zum Buch

Titel: Gemünder Blut, Verlag: Bastei Lübbe, Autor: Elke Pistor, 208 Seiten Taschenbuch, Erschienen: 08.009.2010, ISBN: 9-783897-05739-5

VN:F [1.9.6_1107]
Rating: 5.0/5 (4 votes cast)
VN:F [1.9.6_1107]
Rating: +6 (from 6 votes)
Rezension: Gemünder Blut (Krimi), 5.0 out of 5 based on 4 ratings
Share
Dieser Beitrag wurde in der Kategorie Krimi veröffentlicht und hat folgende Tags , , , , , , , . Bookmarke den Link.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>