Covertext
Licht geistert durch die verlassene Burg Euleborn und versetzt die Bewohner des kleinen Dorfes im schlesischen Eulengebirge in helle Aufregung. Wie aus alten Legenden überliefert, wünscht auch die neue geheimnisvolle Burgherrin, sechs Jungfrauen des Dorfes in ihre Dienste zu nehmen.
Sophie, ein ebenso lebenslustiges wie furchtloses Mädchen, ist tief enttäuscht, dass sie nicht zu den Auserwählten gehört. Neugier und Neid nagen ständig an ihr, bis sie den verhängnisvollen Entschluss fasst, sich eigenmächtig in die Burg einzuschleichen.
Begleitet von schauerlichem Wolfsgeheul dringt sie bei Sonnenuntergang in das alte Gemäuer ein…
Worum es geht
Im Herbst 1802 kehrt eine Gräfin zurück in die Burg Euleborn im Eulengebirge. Vor langer Zeit war der dort lebende Graf von heute auf morgen geflohen, den Dorflegenden zufolge sollte es sich um einen Vampir gehandelt haben. Das jedoch zählten die Dörfler eindeutig zu den Märchen. Die neue Herrin der Burg wünscht neben Unmengen an Material und Reparaturen ebenfalls sechs Zofen für die täglichen Arbeiten. Sie erwarte Nachwuchs und würde bald ein Fest abhalten.
Die Schwester einer dieser Zofen ist Sophie, die ihre Erlebnisse in einem Tagebuch festhält. Denn Sophie macht sich eines Nachts heimlich auf den Weg, schleicht sich in die Burg. Dort entdeckt sie das grausige Geheimnis der Gräfin, sie ist eine Vampirin. Und: Sie ist nicht allein…
Kritische Worte
Die Autorin Petra Starosky schrieb den Roman in Form einer Tagebuchaufzeichnung. Dies bringt leider den Nachteil mit sich, starr aus ihrer Perspektive berichten zu müssen. Zu Beginn der Geschichte funktioniert dies einigermaßen gut. In der zweiten Hälfte stolpert die Autorin jedoch über die Wahl der Erzählform. Von dem Augenblick an, da Sophie nicht mehr persönlich an den Geschehnissen beteiligt ist, schreibt sie in ihrem Tagebuch, wie ihr der weitere Verlauf geschildert wurde. Leider verliert die Erzählung dadurch jegliche Spannung.
Davon Abgesehen lastet ein weiterer Nachteil auf dem Buch: Die Story ist vorhersehbar und altbekannt. Wer den klassischen Dracula mit Christopher Lee kennt, der findet nichts Neues in Euleborn. Sehr gut hingegen finde ich die Grundidee des Buches! Klassischer Vampirismus!
Bei all den modernen Film- und Buchvampiren ist es erfrischend einen alten Blutsauger kennen zu lernen. Viele jungen Leser wissen gar nicht mehr, was einen echten Vampir charakterisiert. Ansatzweise erfährt er dies in Euleborn. Hier hätte die Autorin mehr aus ihrer Geschichte machen können.
Mein Fazit
Hätte Petra die Erzählung aus der dritten Person geschrieben, hätte sie schriftstellerische Möglichkeiten nutzen können, das Ruder zum Ende hin herum zu reißen. Die Tagebuchform bringt jedoch nicht die zu erwartende Spannung und wird dem Thema nicht annähernd gerecht.
Wie gesagt: Ansätze für eine spannende Vampirgeschichte sind grundsätzlich vorhanden, allein an der Darstellung und der entscheidenden Idee hapert es. So fehlt den Vampiren in der Euleborn leider der nötige Biss…
Vielen Dank an den NOEL-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!
Die Autorin
Petra Starosky, Jahrgang 1966, und heute unter bürgerlichen Namen Petra Schwarz in Blankenfelde wohnend, stammt aus der niederschlesischen Oberlausitz. Geboren in Bad Muskau, aufgewachsen in Krauschwitz und Sagar verschlug es sie in den 80er Jahren in die Nähe von Potsdam. Als Sekretärin und Bürokauffrau ist Schreiben seit vielen Jahren ihr tägliches Brot. Und auch die Idee, einen Roman zu schreiben, hat ihren Ursprung in einer beruflichen Episode. Wenn der Bauträger ein altes Schlösschens kauft und dann mit Fledermäusen zu kämpfen hat, sind Vampire wohl nicht weit. Ihr Debütroman “Euleborn – verhängnisvolle Neugier” erschien im Mai 2010 im NOEL-Verlag. Weitere Ideen scharen schon mit den Füßen, um aufs Papier gebracht zu werden.
Ein Interview mit der Autorin findet Ihr hier!
Daten zum Buch
Titel: Euleborn – Verhängnisvolle Neugier, Verlag: NOEL-Verlag, Autor: Petra Starosky, 133 Seiten Taschenbuch, Erschienen: 01.05.2010, ISBN: 9-783940-20950-4Weiterführende Links:
- Internet: www.euleborn.de
- Leseprobe: www.euleborn.de
