Covertext
Spanien im 17.Jahrhundert: Die 15jährige baskische Adlige Catalina de Erauso wird von ihren Eltern ins Kloster gesteckt, doch kurz vor der Weihe gelingt ihr die Flucht in die Freiheit. Schnell merkt Catalina, dass sie in der Welt als Frau nicht überleben kann. Sie verkleidet sich als Mann – ein unverzeihlicher Frevel im Zeitalter der Inquisition – und lässt sich ein auf ein Leben voller Gefahren, das sie bis nach Südamerika führt. Sie sucht dort ihren Geliebten, der von ihrer wahren Identität selbst dann noch nichts ahnt, als sie Seite an Seite mit ihm in der königlichen Armee kämpft …
Der Roman einer mutigen Frau, die das Unmögliche wagte und deren Leben ein einziges Abenteuer war.
Worum es geht
Die Nonne Catalina fühlt sich hinter den Mauern des Klosters, in das ihre Eltern sie gegeben haben, äußerst unwohl. Denn sie verspürt vielmehr die Lust auf das aufregende Leben außerhalb des christlichen Käfigs. Und somit nutzt sie schließlich die erste sich bietende Gelegenheit zur Flucht.
Da sie als Frau nicht unerkannt untertauchen kann, kleidet sie sich in Männerkleidung und schneidet sich die Haare kurz. Fortan schlägt sich die junge Exnonne alleine durch. Catalina bietet ihre Dienste als Botin und Schreiberin an, denn im Kloster hatte sie vieles lernen können. Somit kommt sie in den Genuss eines Arbeitgebers, wird jedoch während eines Botenganges in der Stadt Vitoria überfallen. Dabei schlägt sie einen der Angreifer nieder und kommt dafür ins Gefängnis.
Dort lernt sie Mikel kennen. Mikel ist, wie er selber von sich sagt, Vagabund. Und da nach ihrer Freilassung Catalinas Arbeitgeber, die junge Nonne nennt sich übrigens Francisco, sie nicht mehr sehen will, begleitet sie Mikel. Allerdings kann dieser nicht behaupten, Francisco sei für das Leben wie er es führt geeignet. Somit stellt er Catalina/Francisco einem befreundeten Stoffhändler vor. Dieser nimmt sie unter seine Fittiche, bemerkt, dass sie eine Frau ist und lehrt sie neben dem Kaufmännischen das Leben als Verkleidete unter Männern zu leben.
Es dauert nicht lange, bis das Schicksals zu einem erneuten Schlag ausholt. Während eines Verkaufs in Catalinas Heimatstadt steht sie, als Junge verkleidet, ihrem Vater gegenüber. Es kommt, wie es kommen musste: Catalinas Vater erkennt seine Tochter, woraufhin sie voller Panik erneut aus der Heimat flieht und bei Tao Te Chen unterkommt, einem chinesischen Schiffskoch.
So beginnt Catalinas Reise nach Peru, wo sie ihren Bruder und Mikel suchen will. Denn Mikel hat es ebenso auf ein Schiff des Konvois verschlagen, der sich mit Handelsware auf den Weg in die Kolonien macht…
Kritische Worte
Ähnlich wie bei Die Maurin gelingt es Lea Korte bereits von Anfang an ihre Leser zu fesseln. Sie hat sich die historische Person Catalina als Vorlage genommen und erzählt äußerst farbenfroh ihr Leben. Garniert mit künstlerischer Freiheit, die Lea dazu nutzt Catalinas Leben mit ihr nahe stehenden Personen zu füllen, erwartet den Leser alles andere, als eine trockene historische Biographie.
Zwar stärkt der Roman in seiner Art und Weise das Vorurteil, dass historische Romane Frauenliteratur darstellen, dennoch kann ich als männlicher Testleser sagen, dass dem nicht so ist. Das Szenario, welches Lea Korte beschreibt, fühlt sich echt an. Spanien im 17. Jahrhundert, die Rolle der Frau zu jener Zeit und das harte Leben im Allgemeinen, werden plastisch vermittelt und wirken zu keiner Zeit erzwungen. Ebenfalls lese ich nicht eine Liebesgeschichte, wie viele männliche Leser es vielleicht erwarten würden.
Nein, vielmehr merkt man als Leser dem Buch an, dass die Autorin gründlich recherchiert hat. Lea Korte hat Spaß am Schreiben und diesen Spaß gibt sie weiter!
Mein Fazit
Die Nonne mit dem Schwert ist absolut lesenswert. Wie bereits bei Die Maurin hatte ich jederzeit das Gefühl mittendrin, statt nur dabei zu sein. Lea Korte schreibt äußerst plastisch, die Szenerien wirken lebendig und vermittelten mir jederzeit die Authentizität des 17. Jahrhunderts.
Vielen Dank an Droemer Knaur für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!
Ein Interview zwischen Lea Korte und mir findet ihr an dieser Stelle.
Eine Rezension zu Die Maurin findet ihr ebenfalls hier im Blog!
Die Autorin
Lea Korte, geboren 1963, wanderte nach Abschluss ihres Studiums nach Spanien aus, wo sie zuerst in Katalonien und später im Baskenland und in Valencia als Übersetzerin und Autorin lebte. Von Anfang an setzte sie sich intensiv mit der Geschichte und Kultur ihrer Wahlheimat auseinander. Zusammen mit ihrem französischen Mann und ihren beiden Kindern lebt sie heute in Südspanien.
Daten zum Buch
Titel: Die Nonne mit dem Schwert, Verlag: Knaur TB, Autor: Lea Korte, 478 Seiten Taschenbuch, Erschienen: 01.04.2007, ISBN: 9-783426-63386-1Quellen:
- Cover: Droemer Knaur*
- Leseprobe: Droemer Knaur*
- Bezugsmöglichkeit: Droemer Knaur*
- Autorenwebsite: www.leakorte.com

Wow, zum ersten Mal stoße ich auf die Rezensionsseite eines männlichen Vertreters
Und ich bin überrascht, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. In vielen historischen Romanen geht es ja um Frauen, die für ihre Rechte und Freiheiten kämpfen, aber dass auch Männer sowas lesen, hätte ich nicht gedacht
Da wandert deine Seite gleich mal in meinem Reader.
Lieben Gruß,
Sandra von Readandbeyourself
Hallo Sandra!
Ja, ich hab’ über mich selbst staunen müssen. Ich habe bei Lovelybooks an einem Gewinnspiel für 25 Testleser von Die Maurin teilgenommen. Zuvor erinnere ich mich nur an Das Parfum als historischen Roman. Den zähle ich jedoch nicht wirklich, da wir das Buch in der Oberstufe gelesen haben.
Letzten Endes habe ich es Lea Korte zu verdanken, dass sich mein Genrehorizont erweitert hat.
LG, Nick