Zwischen dem 08. und 12. September 2009 wurde die diesjährige Criminale in und um den Nationalpark Eifel veranstaltet.
Auf der Abschlussveranstaltung, dem Tango Criminale, der 24. Criminale in der Nordeifel wurden am 11.09.2010 folgende Preise durch das SYNDIKAT verliehen:
Der Friedrich-Glauser-Preis 2010 ging an:
- Zoran Drvenkar für Sorry als den besten Kriminalroman 2010
- Andreas Föhr für Der Prinzessinnenmörder als den besten Debütroman 2010
- Zoë Beck für Draußen als den besten Kurzkrimi 2010
- Marlene Röder für Zebraland als den besten Kinder- und Jugendkrimi
Der Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren 2010 ging an:
- Dr. Rutger Booß, dem Verleger des Verlages Grafit, für besondere Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur.
An dieser Stelle meine herzlichsten Glückwünsche an die geehrten Preisträger!
Bester Kriminalroman 2010: Sorry
Die fetten Jahre sind vorbei. Eine gute Geschäftsidee ist gefragt. Frauke, Tamara, Kris und Wolf, vier junge Berliner, stört, dass sich niemand mehr für nichts verantwortlich fühlt. Sie setzen auf die heilsame Kraft eines einfachen »Sorry« und gründen eine »Agentur für Entschuldigungen«. Erstaunt stellen sie fest, dass die Resonanz überwältigend ist. Bis Kris eines Tages am vereinbarten Treffpunkt nicht den Klienten, sondern eine brutal zugerichtete Leiche findet. Und den Auftrag, sich bei ihr zu entschuldigen. Die vier lassen sich auf ein gefährliches Spiel mit dem Mörder ein, das immer perfider und grausamer wird.
Ihr Angebot rüttelt die Geschäftswelt auf, denn sie entschuldigen sich für die Vergehen von Unternehmen. Sie bieten den Schuldigen Unterstützung an und helfen den Opfern. Sie selbst verdienen viel Geld damit, die vier jungen Berliner, die diese clevere Geschäftsidee hatten, irgendwann, bevor alles anfing. Immer mehr Menschen erleichtern über sie ihr Gewissen - als ihnen eines Tages jemand den Auftrag erteilt, eine Tote um Verzeihung zu bitten für die unvorstellbaren Qualen, unter denen sie starb. Hier schnappt die Falle zu. Die Lektion, die der Auftraggeber ihnen ab jetzt erteilt, ist voller Dunkelheit: Wie Schachfiguren werden sie auf eine Spur der Grausamkeit gesetzt, auf der es keine Vergebung gibt, kein Schwarzweiß mehr zwischen Opfer und Täter.
Zoran Drvenkar, 1967 in Kroatien geboren, wuchs in Berlin auf. Seit 1989 arbeitet er als Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Kinder- und Jugendbücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zwei seiner Thriller, Du bist zu schnell (2003) und Sorry (2009), werden derzeit verfilmt.
Weitere Informationen über Zoran Drvenkar findet Ihr im Internet unter: www.drvenkar.de
Bester Krimi-Debütroman 2010: Der Prinzessinnenmörder
An einem eisigen Januarmorgen wird im zugefrorenen oberbayerischen Spitzingsee die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden. Kurioses Detail: Sie wurde durch einen Stich mitten ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid. Als man im Mund des Opfers eine Plakette mit einer eingravierten Eins findet, ahnen Kommissar Wallner und sein ewig grantelnder Kollege, Polizeiobermeister Kreuthner, dass dies nur der Anfang einer grauenvollen Mordserie ist …
Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt. Seit 1991 verfasst er erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen, mit Schwerpunkt im Bereich Krimi. Unter anderem schrieb er für SOKO 5113, Ein Fall für zwei und Der Bulle von Tölz. Sein Debütroman Der Prinzessinnenmörder wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Andreas Föhr lebt in Haar bei München.
Bester Kurzkrimi 2010: Draußen
„Kein Mensch muss heutzutage noch das Haus verlassen!” Zu dieser Erkenntnis kommt Gil Peters, die seit acht Jahren an Agoraphobie leidet, nach zahllosen Therapiestunden. In einer Flut von Mails ringt sie mit ihrer Umwelt darum, ob diese Auffassung akzeptiert wird. Dabei offenbart sich dem Leser Mail für Mail ein Leben, das sich zwar innerhalb ihrer vier Wände abspielt, aber durch das Internet mit der Welt da draußen verbunden ist. Doch dann geschieht etwas, das gleichzeitig unerwartet und profan erscheint: Die Fassade wird renoviert, ein Gerüst umzingelt Gils kleine Welt. Die Welt da draußen lässt sich nicht länger aussperren – und die “drinnen” gerät aus den Fugen …
Draußen ist erschienen in München blutrot aus der Kölnisch-Preußischen Lektoratsanstalt.
Zoë Beck, geboren 1975, wuchs zweisprachig auf und pendelt zwischen Großbritannien und Deutschland. Ihre große Liebe neben der Literatur ist die Musik: Mit drei Jahren begann sie, Klavier zu spielen, gewann bald darauf diverse Wettbewerbe und gab zahlreiche Konzerte. Heute arbeitet sie als freie Autorin, Journalistin und Übersetzerin (Englisch->Deutsch) und nimmt ihr allererstes Klavier immer noch bei jedem Umzug mit.
Bester Kinder- und Jugendkrimi 2010: Zebraland
Es sollte ein schöner Sommerabend werden für Judith, Anouk, Philipp und Ziggy. Unter freiem Himmel wollten sie die Musik von Bob Marley genießen und sich amüsieren. Dann aber passiert das tragische Unglück: Auf dem Rückweg überfahren sie ein Mädchen. Es gibt keine Zeugen und die vier Jugendlichen beschließen, den Mantel des Schweigens über den Unfall zu legen. Damit beginnt für alle eine moralische Zerreißprobe.
Wie gern würden die vier den Unfall aus ihrem Leben streichen. Schuldgefühle und die ewige Angst entdeckt zu werden, bestimmen von nun an ihren Alltag. Während Judith am liebsten zur Polizei gehen würde, will der sensible Ziggy mehr über das Opfer erfahren. Die größte Last trägt Anouk, die den Tatwagen fuhr. Gemeinsam mit ihrem Freund Philipp versucht sie, das Ganze zu verdrängen. In die schon schwierige Lage mischt sich Judiths Eifersucht auf die Beziehung zwischen ihrem langjährigen guten Freund Philipp und Anouk. Als ein unbekannter Mitwisser beginnt, die Jugendlichen zu erpressen, wird ihr zwanghafter Zusammenhalt auf eine harte Probe gestellt: Aus Vertrauen wird Misstrauen, Stärke wandelt sich in Schwäche und aus Liebe wird Hass.
Marlene Röder, 1983 in Mainz geboren, schreibt seit ihrem 14. Lebensjahr. Sie absolvierte eine Ausbildung als Glasmalerin und studiert derzeit Lehramt für Förderschulen in Gießen. Zebraland ist ihr zweiter Jugendroman – das Manuskript ihres ersten Buches Im Fluss wurde 2006 mit dem Hans im Glück-Preis der Stadt Limburg ausgezeichnet und erschien kurz darauf ebenfalls im Ravensburger Buchverlag.
Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren 2010: Dr. Rutger Booß
Rutger Booß wurde am 17.03.1944 in Riga geboren und studierte Germanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Tübingen, Wien und Bonn. Von 1974 bis 1981 arbeitete er als Verlagslektor in einem Dortmunder Kinder- und Jugendbuchverlag, anschließend als Controller einer Buchhandelskette in Düsseldorf und von 1987 bis 1989 als Programmchef Belletristik in einem Kölner Verlag. Er ist seit 1970 mit Ursula Booß verheiratet und wohnt in Herdecke.
Im Frühjahr 2010 ging er nach 21 Jahren als Grafit-Verleger in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Den Verlag wird es weiter geben, denn seine langjährige Mitarbeiterin Ulrike Rodi wird ihn weiterführen.
GRAFIT wurde 1989 gegründet und hat sich ausschließlich Mord und Totschlag verschrieben. 14 Titel wurden in den letzten Jahren für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, Horst Eckert erhielt ihn 2001 für seine Zwillingsfalle. Auch beim Friedrich-Glauser-Kurzgeschichtenpreis konnten Grafit-Anthologien mit Nominierungen und Preis (2002) glänzen. Derzeit sind 250 Krimis lieferbar. davon ca. 50 deutsche Erstausgaben.
Weiterführende Links:
- Sorry von Zoran Drvenkar
- Der Prinzessinnenmörder von Andreas Föhr
- Draußen (München blutrot) von Zoë Beck
- Zebraland von Marlene Röder
- GRAFIT, der Verlag, den Dr. Rutger Booß 21 Jahre lang als aufgebaut hat.