Sven Bonitz – Lyriker und Romanautor

Sven Bonitz

Sven Bonitz wurde 1982 geboren und studierte erfolgreich Germanistik, Politikwissenschaft, Pädagogik und Psychologie. Er lebt als freier Autor und Dozent in Berlin.

Inspiriert von verschiedener deutschsprachiger Lyrik, Jane Austen, Franz Kafka und Patricia Highsmith, schrieb er Gedichte, Kurzgeschichten und Erzählungen, in denen er seine Gedanken, die ihn bewegen, verarbeitet, um sie besser zu verstehen. Einige davon wurden in diversen Anthologien publiziert.

Sven Bonitz veröffentlichte im Mai 2010 den Gedichtband Gesang der Möwen. Sein zeitgenössischer Gesellschaftsroman Raphaels Wunsch erscheint zur Leipziger Buchmesse 2011.

Goethes Vorstellung, dass Bücher von Leserinnen und Lesern mit Genuss gelesen werden und sie zum Nachdenken anregen sollen, ist auch leitendes Prinzip des literarischen Schaffens von Sven Bonitz.


Nicolas Certa
Hallo Sven, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, an dieser Stelle etwas über Dich zu erzählen. Stell Dich bitte kurz meinen Lesern vor!

Sven Bonitz
Hallo Nick, gern nehme ich mir die Zeit für ein Interview mit Dir und stelle mich deinen Lesern kurz vor, damit sie einen ersten Eindruck von mir bekommen. Im Moment ist das Schreiben nur ein Hobby von mir, das mir jedoch sehr viel Freude bereitet und dem ich sehr intensiv nachgehe. Es ist ein angenehmer Ausgleich zu meiner Arbeit als Dozent an privaten Bildungsinstituten in Berlin. Ansonsten lebe ich in meiner Freizeit sehr bewusst. Ich mag lange Spaziergänge und Radtouren, Gespräche, Freunde treffen, Lesen, Jazz-Musik, Musicals, Theater, Ausstellungen und Filme.

Für einen Dialog mit meinen Lesern bin ich sehr offen. Wer an einem Austausch interessiert ist, kann mich gern über das Kontaktformular auf meiner Internetpräsenz sbonitz.jimdo.com kontaktieren.

Nicolas Certa
Deine aktuelle eigenständige Veröffentlichung trägt den Namen Gesang der Möwen und beinhaltet Gedichte. Wie kommst Du darauf Gedichte zu verfassen?

Sven Bonitz
Das Gedicht ist für mich ein sprachliches Medium, mit dem man sehr komprimiert seine Gedanken darlegen kann. Gerade dadurch regt es sehr stark zum Nach- und Weiterdenken an. Mit meinen Gedichten möchte ich die Leserinnen und Leser dazu bewegen, sich bewusster mit ihren eigenen Lebensvorstellungen auseinanderzusetzen. Hierbei sollte man sich nicht von dem auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinenden Titel Gesang der Möwen abschrecken lassen. Wenn deine Leser versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen, werden sie meine Intention eher entschlüsseln. Jedoch gebe ich an dieser Stelle keine feste Interpretation vor, da meine Gedichte offen für verschiedene Deutungen sind und auch sein sollen.

Nicolas Certa
Worüber handeln Deine Kurzgeschichten und Erzählungen?

Sven Bonitz
Zusammenfassend könnte man sagen: Das Schicksal ist eine produktive Kraft. In meinen Kurzgeschichten und Erzählungen stehen Menschen im Vordergrund, die man jederzeit bei einem Spaziergang in der Stadt, beim Einkaufen etc. treffen könnte. Dies ist von mir bewusst gewählt, um eine stärkere Identifizierung zwischen Leser und literarischer Figur herstellen zu können. Das Leben dieser Figuren verläuft eigentlich reibungslos – bis zu dem Tag, an denen sie mit einem Schicksalsschlag konfrontiert werden, der sie dazu veranlasst, ihr Leben neu auszurichten, um es bewusster leben zu können. Dabei gelingt es den meisten meiner Protagonisten, dieses Ziel zu erreichen.

Nicolas Certa
Wie ich Deiner Vita entnehme, inspiriert Dich unter anderem Franz Kafka. Dabei denke ich zuerst an Die Verwandlung und Der Prozess. Würdest Du sagen, es gibt parallelen Deiner Werke zu denen Kafkas?

Sven Bonitz
Das Besondere an Franz Kafka ist zunächst seine Sprache, mit der er seine Leser fesselt und Satzlandschaften kreiert, die einmalig sind. Weiterhin dominieren eher ungewöhnliche Themen Kafkas Werke, denen man dennoch eine gewisse Aktualität zusprechen kann. Kafka stellt gerade die Phänomene in den Vordergrund, die der Mensch nicht vollständig beeinflussen kann, auch wenn er es gern würde, z. B. die Überwachung im Alltag, die Auseinandersetzung mit manchmal verworrenen Verwaltungsabläufen (wie in Der Prozess), die Konfrontation mit körperlichen Veränderungen (Die Verwandlung) oder die Ausnutzung des Menschen durch andere, wie in dem egoistischen Denken der Familie Gregor Samsas in Kafkas Verwandlung deutlich wird.

Auch in meinen Werken muss sich der Mensch mit bestimmten Strukturen im Beruflichen und Privaten auseinandersetzen, die den Rahmen für sein Handeln setzen. Jedoch ist die literarische Figur – und damit der Mensch – in der Lage, diese Strukturen – bis zu einem gewissen Grade – selbstständig verändern zu können. In diesem Punkt geht meine literarische Konzeption über die von Kafka hinaus.

Nicolas Certa
Bücher als Genussmittel und dennoch voll anspruchsvollem Inhalt; wie stehst Du aktueller Belletristik gegenüber?

Sven Bonitz
Aktueller Bestseller-Belletristik stehe ich sehr kritisch gegenüber, weil ich immer etwas vermisse, wenn diese lese. Manchmal sind mir auch die Inhalte etwas zu flach. Deshalb lese ich lieber ältere Literatur oder Werke von unbekannten Gegenwartsautoren, die man nicht im Buchhandel finden kann.

Nicolas Certa
Raphaels Wunsch
erscheint zwar erst 2011, möchtest Du uns dennoch verraten, worum es in Deinem Werk geht?

Sven Bonitz
Sehr gern. In meinem Roman Raphaels Wunsch erzähle ich aus dem Leben von Raphael Wohlfahrt. Raphael ist 29 Jahre alt, hat sich erfolgreich als Mediengestalter in Hamburg etabliert und sucht nach Liebe, innerer Harmonie und Geborgenheit. Er sucht eine Partnerin, mit der er sein Leben genießen kann, was ihm in den zurückliegenden Jahren verwehrt blieb. Davon lässt er sich jedoch nicht abschrecken und nutzt die modernen Kommunikationsmöglichkeiten, um seinem Glück auf die Sprünge zu helfen. Ob er dabei erfolgreich ist und sich sein Wunsch nach Liebe, Harmonie und Geborgenheit erfüllen wird, das können deine Leser ab März 2011 nachlesen.

Nicolas Certa
Ein Gesellschaftsroman von Sven Bonitz. Hast Du ein Vorbild dieser Romangattung: Fontane, Freytag, Defoe? Oder wird der Roman eine ganz eigene Interpretation des Gesellschaftsromans?

Sven Bonitz
Für den Gesellschaftsroman habe ich keine Vorbilder, weil ich Gefahr laufen könnte, diese zu kopieren. Deshalb wird Raphaels Wunsch eine ganz eigene Interpretation darstellen, zumal auch moderne gesellschaftliche bzw. technische Entwicklungen mit in die Handlung eingeflossen sind, die Fontane, Freytag und Defoe noch nicht kennen konnten.

Nicolas Certa
Dein Lieblingsbuch?

Sven Bonitz
Da gibt es mehrere: Jane Austens Stolz und Vorurteil, Patricia Highsmiths Der talentierte Mister Ripley sowie die Erzählungen und Romane Franz Kafkas.

Nicolas Certa
Wo schreibst Du am liebsten?

Sven Bonitz
Ich schreibe am liebsten zu Hause, weil ich mich dort am besten auf das Schreiben konzentrieren kann. Das könnte man als eine Art Schreibritual sehen. Jeder Autor braucht meiner Meinung nach seine Rituale, um produktiv sein zu können.

Nicolas Certa
Vielen Dank für das Interview.

Sven Bonitz
Auch ich danke Dir noch einmal sehr herzlich für das Interview, Nick, und wünsche deinen Lesern viel Freude beim Entdecken meiner Literatur.


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