Elke Pistor – Krimiautorin

Elke Pistor, Jahrgang 1967, ist in Gemünd in der Eifel aufgewachsen. Nach dem Abitur in Schleiden zog es sie zum Studium nach Köln, wo sie nach einem Zwischenstopp am Niederrhein bis heute lebt. Sie arbeitet als freie Seminartrainerin in der Erwachsenenbildung und leitet Schreibworkshops.

Nach Kurzgeschichten und Kurzkrimis erschien ihr Eifelkrimi Gemünder Blut im September 2010 im Emons Verlag.

Im Frühjahr 2011 wird ihr zweites Buch ebenfalls bei Emons erscheinen: ein Fantasyroman, dessen Handlung in der Kölner Vergangenheit und Gegenwart spielt.

Elke Pistor ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern und beim Syndikat.


Nicolas Certa
Hallo Elke, schön, das Du Zeit hattest. Stell Dich doch bitte meinen Lesern vor!

Elke Pistor
Ich bin ein Kind des Rheinlands. Überzeugte Eiflerin, leidenschaftliche Kölnerin (inklusive des dazugehörigen Fußballvereins) und begeistert vom Niederrhein.

Ich lebe in Köln, spiele aber immer wieder mit dem Gedanken, mich wieder ländlicher zu orientieren. Bei dieser Entscheidung hat aber auch meine Familie ein Wörtchen mitzureden. Deshalb kann ich mich zurzeit nur in meinen Büchern an diesen Orten austoben.

Nicolas Certa
Seit 2007 schreibst Du Krimis. Den Kurzgeschichten sollte jedoch ein richtiger Krimi folgen. Am 8. September 2010 ist es nun soweit, Gemünder Blut erscheint im Emons Verlag. Erzähl uns ein wenig darüber.

Elke Pistor
Gemünder Blut
ist die zweite Geschichte mit meiner Kommissarin Ina Weinz, die schon in dem Kurzkrimi Für den Wind und die Vögel in der Anthologie Mortus in Colonia ihren ersten Auftritt hatte.

Kneippen, Kuren, Kopf freimachen. Das, in dieser Reihenfolge, hat Kommissarin Ina Weinz im Sinn, als sie Köln den Rücken kehrt und zu Vater und Bruder in ihre alte Eifelheimat Gemünd zieht. Aber der beschauliche Kneippkurort hat für Ina mehr zu bieten. Ein neuer Liebhaber, ein toter Professor und ihr Gespür für die schwarzen Schatten der scheinbaren Idylle lassen ihr keine andere Wahl. So findet sie sich unvermittelt in der Rolle wieder, die sie doch eigentlich hinter sich lassen wollte – als Ermittlerin in einem Mordfall.

Nicolas Certa
Wie bist du auf die Geschichte zu deinem Erstlingswerk gekommen?

Elke Pistor
Meine Ermittlerin Ina Weinz gab es ja bereits und ich hatte eine Idee zu ihrem zweiten Fall. Oft entwickeln sich die Ideen zu meinen Krimis aus der Frage heraus, was diesen einen Menschen zum Mörder werden lässt. So war es auch bei Gemünder Blut. Als ich dann im August letzten Jahres von der Criminale in Gemünd im Herbst diesen Jahres erfuhr, war mir klar: Das ist meine und Inas Chance!

Nicolas Certa
Wie hast Du den Weg zum Schreibhandwerk gefunden?

Elke Pistor
Durch Zufall. Als ich Vierzig geworden bin, habe ich beschlossen, mit etwas völlig Neuem anzufangen. In die nähere Auswahl kam damals ein Schwedischkurs, mit dem ich endlich die Sprache meines Mannes „anständig“ lernen wollte, oder ein Kurs im kreativen Schreiben. Es wurde dann der Schreibkurs an der VHS in Köln. Darüber bin ich heute sehr froh, weil mir bereits nach den ersten Abenden klar war, dass ich hier meine Sache gefunden hatte. Aus dem Hobby wurde dann schnell mehr. In der freien Schreibgruppe Fiction Writing, bei der ich heute als Moderatorin mitarbeite, habe ich dann sehr viel über das Schreiben von Kurzgeschichten lernen können.

An meinem Schwedisch laboriere ich trotzdem weiter – aber deutlich lieber vor Ort!

Nicolas Certa
War es schwer sich in der Verlagswelt zu behaupten? Wie bist Du an den Emons Verlag gekommen?

Elke Pistor
Ich sage es ganz leise, weil ich weiß, wie schwierig es sein kann, mit den Verlagen in Kontakt zu kommen, aber: „Nein, es war nicht schwierig.“ Im Herbst 2009 habe ich meine Idee auf der Frankfurter Buchmesse den bekannten Regionalkrimi Verlagen kurz vorgestellt. Alle wollten das Exposè und eine Leseprobe, die ich auch sofort verschickt habe. Natürlich habe ich auch Absagen bekommen, die mich sehr frustriert haben. Aber ich bekam auch mehrere Zusagen.

Für den Emons-Verlag habe ich mich entschieden, weil ich von Anfang an das Gefühl hatte, dass meine Ina hier gut aufgehoben ist. Ich habe die freundliche und professionelle Art der Lektoren und der anderen Bereiche sehr zu schätzen gelernt.

Nicolas Certa
Arbeitest Du bereits an einem weiteren Eifel-Krimi?

Elke Pistor
Ja. In meinen Sommerferien habe ich begonnen, den Plot und die neuen Figuren zu entwickeln. Diesmal habe ich mir aber ein Thema ausgesucht, dass sehr viel Recherche erfordert. Es wird also noch ein wenig dauern, bis ich mit der Schreibarbeit anfangen kann. Ich hoffe, dass der zweite Gemünd-Krimi im Herbst 2011 erscheinen kann.

Vorher gibt es aber noch ein anderes Buch, einen Kölner Fantasy, der im Frühjahr 2011, ebenfalls bei Emons, erscheinen wird. Mit diesem Manuskript befinde ich mich gerade in der Lektoratsphase.

Nicolas Certa
Dein Lieblingsbuch …

Elke Pistor
… ist immer das, was ich gerade lese. Dabei bin ich offen für Themen und Genre.

Ich habe aber einen kleinen Spleen im Bezug auf Bücher: Jedes Mal, wenn ich in der Bibliothek bin, spiele ich “Bücherbingo“. Das bedeutet: Augen zu und den Ständer drehen, oder am Regal entlang gehen, ohne hin zu schauen. Dann zugreifen. Dieses Buch nehme ich auf jeden Fall mit nach Hause und lese es. Auf diese Weise habe ich bereits echte Schätzchen entdeckt, auf die ich sonst nicht aufmerksam geworden wäre.

Nicolas Certa
Das klingt interessant. Muss ich auch mal ausprobieren.
Wie sieht dein Schreibplatz aus?

Elke Pistor
Ich habe einen uralten Holzschreibtisch, den bereits mein Großvater in seinem Fahrradgeschäft in Gemünd stehen hatte. Daneben gibt es einen kleinen unscheinbaren Computertisch. Zwischen diesen beiden wechsle ich hin und her.

Wenn ich mitten in der Arbeit bin, kleben überall rosa, gelbe, grüne und blaue Postits, die ich dann der Reihe nach abarbeite. Wenn der letzte Zettel im Müll landet, ist das Manuskript fertig.

Nicolas Certa
Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für unser Gespräch genommen hast.

Elke Pistor
Gerne ;)


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