Rezension: Lea Korte – Die Maurin

In eigener Sache

An dieser Stelle findet Ihr ein Interview, welches ich mit Lea Korte geführt habe!

Lea Korte: Die Maurin

Worum es geht

In den Wirren des Untergangs des maurischen Königreichs Andalusien wächst Zahra am Hofe des Emirs zu einer Verbündeten der Sultanin Aischa heran. Aischa trägt ihr im Laufe der Jahre mehr und mehr Aufgaben zu. Durch diese Aufgaben erfährt Aischa Dinge, die ihr Mann Hassan vor ihr verborgen hält. Dem Emir von Granada widerstrebt es, dem kastilischen Königreich noch länger Tribut zu zahlen. Stattdessen will er gegen die Spanier kämpfen. Zahra und ihre Familie werden in diese Kämpfe mit hineingezogen, denn es ist ihr Halbbruder, Yazid, der direkt mit Hassan zusammenarbeitet. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Mutter von Zahra, die zweite Frau ihres Vaters Abdarrahman, Leonor, konvertierte Christin ist. Somit entsteht innerhalb der Familie ein Religionsunfriede, der in einer Tragödie endet.

Im Laufe der Jahre wird Zahra immer tiefer in die Wirren des Religionskrieges hineingezogen. Und obwohl sie sich in den Spanier Gonzalo verliebt, wird sein Bruder Jaim ihr Schicksal…

Kritische Worte

Lea Korte beschreibt in ihrem zweiten historischen Roman ein lebendiges Spanien im ausgehenden 15. Jahrhundert. Die Szenerie wirkt äußerst plastisch, als Leser habe ich mich sofort wohlgefühlt. Leas Schreibstil ist sehr erfrischend, flüssig. Für Nichtleser des Genres sei an dieser Stelle gesagt, dass historische Romane keineswegs den Staub eines Geschichtsbuchs mit sich bringen müssen. Ich selbst durfte mich durch dieses Buch davon überzeugen.

Sehr gut gelingt es Lea historisch authentische Ereignisse in die Handlung rund um Zahras Leben einzubinden.

Einziges Manko an diesem ansonsten hervorragenden Roman:

Der letzte Teil der Geschichte verläuft etwas zu schnell. Hier hätte Lea den Verlauf der Geschichte etwas ausführlicher schildern können. Dann jedoch wäre Sie kaum unter 800 Seiten geblieben.

Mein Fazit

Lea Korte schreibt lebendige Geschichte. Lebendige Geschichte ist äußerst lesenswert, da der Scharm staubigen Geschichtsunterrichtes gar nicht erst aufgewirbelt wird.

Daher kann ich Die Maurin uneingeschränkt empfehlen.

Die Autorin

Lea Korte, geboren 1963, wanderte nach Abschluss ihres Studiums nach Spanien aus, wo sie zuerst in Katalonien und später im Baskenland und in Valencia als Übersetzerin und Autorin lebte. Von Anfang an setzte sie sich intensiv mit der Geschichte und Kultur ihrer Wahlheimat auseinander. Zusammen mit ihrem französischen Mann und ihren beiden Kindern lebt sie heute in Südspanien.


Daten zum Buch

Titel:               Die Maurin
Genre:            Historischer Roman
Autor:             Lea Korte
Verlag:            Knaur TB
Erschienen:   2010 (deutsche Erstausgabe)
Umfang:         672 Seiten
ISBN:              978-3-426-50230-3

Weitere Bücher der Autorin

Die Nonne mit dem Schwert

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