Arno Strobel – Der Trakt

Titel: Der Trakt
Genre: Psychothriller
Autor: Arno Strobel
Umfang: 360 Seiten
Erschienen: 2010 bei Fischer

Rezension

Inhalt:

Eine Frau erwacht aus dem Koma. Sie findet sich in einem Keller wieder. Das letzte woran sie sich erinnern kann, ist ihr Sohn, der entführt wurde. Doch war es vielleicht nur ein Traum? Immerhin ist sie dadurch aufgewacht, dass sich diese Szene in ihrer Erinnerung abgespielt hat.
Es gelingt der Frau aus dem Zimmer im “Keller” zu entkommen. Ein Arzt kann sie nicht aufhalten. Die Frau erinnert sich an ihr Leben, ihren Namen: Sibylle Aurich.
Sie irrt im Krankenhaushemdchen von dannen, wird von Rosie, Rosemarie Wengler, in Regensburg aufgegabelt, einer Frau um die 60, alleinstehend. Sibylle erzählt ihr, dass ihr Sohn, Lukas, entführt worden ist. Sibylle lässt sich zu ihrem Mann fahren. Der gibt vor, sie nicht zu kennen. Doch Sibylle erinnert sich an ihr Leben. Wer ist sie wirklich? Was ist mit ihrem Sohn?

Subjektives:

Arno Strobel hätte den Roman sicherlich völlig anders gestalten können. Damit wäre er weitaus realistischer, bzw. spannender geworden. Von Anfang an hatte ich das Gefühl mitten in eine wirre Story ohne Anker geraten zu sein. Kaum ergibt sich ein Hinweis, schon werden andere gestreut, die den Leser nur verwirren sollen. Zudem verhält sich die Hauptdarstellerin nicht gerade so, dass ich sie als intelligent bezeichnen würde. Oftmals habe ich mich darüber geärgert, wie Sibylle Aurich sich verhält, wie sie mit den anderen Personen interagiert. Leichtgläubigkeit, akute Blindheit, krampfhaftes Festkrallen an offensichtlich falschen Tatsachen. In der Realität hätten die handelnden Personen niemals reagiert, wie es im Buch beschrieben wurde. Nicht, nachdem ihr Mann vorgab sie nicht zu kennen, nicht, nachdem das Foto auf dem Nachttischen bei ihr zu Hause eine völlig andere Frau in den Armen ihres Mannes zeigte. Wohlgemerkt auf Sybilles eigenem Hochzeitsfoto.
Und so zieht sich der Roman bis Seite 210, ehe etwas annähernd spannendes passiert und die Story langsam den richtigen Pfad einschlägt. Zu spät, um meine persönliche Meinung über den “Trakt” noch zu revidieren. Immerhin ist nach 338 Seiten der Spuk endgültig vorbei…
Schade eigentlich. Hätte Arno Strobel die agierenden Hintermänner effektvoller in Szene gesetzt, das mysteriöse “Wer bin ich?”-Spielchen nicht so arg in die “falsche” Länge gezogen, der Roman hätte mir sicherlich deutlich besser gefallen.

Fazit:

Es bleibt mir nichts weiter übrig, als den Trakt mit nur drei Sternen zu bewerten. Mittelmaß. Ein Buch, welches meiner Ansicht nach sicher nicht den Aufkleber “unbedingt lesen” verdient hat. Fraglich ist nun, ob ich ein weiteres Buch von diesem Autoren lesen möchte. Mal sehen, was die Zukunft bringt…

Bewertung: XXXXX

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